Students Life. Partybekanntschaften nach 3 Uhr nachts nach Hause zu bringen, kommt bei WG-Mitbewohnern vielleicht einen Tick besser an als bei den Eltern.

Echte “Wiener Studenten“ gibt es in Wien scheinbar nicht viele. Vorhin, als ich anfangen wollte etwas über meine Wiener Studienkollegen zu schreiben viel mir nämlich auf, dass ich gar keine habe! So sieht’s aus. Damit meine ich nicht, dass meine Freunde aus Wien nicht studieren – das tun sie, von Medizin bis BWL ist alles dabei – aber das sind nun mal meine Freunde. Und nicht Kommilitonen. Das sind die Menschen, die man schon seit Urzeiten aus der Sandkiste kennt und mit denen man in der Oberstufe den Matheunterricht geschwänzt hat. Was natürlich nicht bedeutet, dass aus Studienkollegen im Laufe der Zeit nicht auch sehr gute Freunde werden können.

Auf was ich eigentlich hinaus will, ist der Unterschied, der zwischen “einheimischen“ und “eingewanderten“ Studenten herrscht. Und warum mich Zugezogene oftmals belächeln, wenn ich ihnen von meinen Lebensumständen erzähle.

Nr. 1.: Die meisten hier geborenen WienerInnen wohnen noch zu Hause, wenn sie studieren. Einzig und allein aus dem Grund: Es ist billiger. Was jetzt nicht bedeutet, dass es absolut immer angenehm ist. Partybekanntschaften nach 3 Uhr nachts nach Hause zu bringen, kommt bei WG-Mitbewohnern vielleicht einen Tick besser an als bei den Eltern, die zwei Stunden später aufstehen sollten.

Nr. 2.: WienerInnen lernen nicht in Bibliotheken. Zumindest nicht die, die so wie ich ein wenig abgeschiedener wohnen und nicht in zehn Minuten an der Uni sind. Allein die Fahrt hin und zurück würde mich knapp zwei Stunden meiner Lernzeit kosten. Wobei die Lernerfolge meiner Mitmenschen scheinbar nicht davon abhängen, wo sie lernen – sondern wie effizient sie das notwendige Übel, um sich überhaupt als Student bezeichnen zu dürfen –über die Bühne bringen. Mein Tipp dazu: Handy wegsperren, von Facebook abmelden und in eine Kammer setzen, die von außen versperrbar ist. Dem Familienmitglied seines Vertrauens den Schlüssel geben und ihn darum bitten, erst in zwei bis drei Stunden wieder aufzusperren. Genau so hab ich die Studieneingangsphase wohl in einem Zug geschafft.

Nr. 3.: Niemand wird wohl an irgendwelchen Stadtführungen für Erstsemester teilnehmen, wo einem die “coolsten“ Bars in Wien gezeigt werden. Dafür kennen wir die besten Orte schon viel zu lange. Was hin und wieder – zugegebenermaßen – auch störend sein kann. Die Erfahrung in eine fremde Stadt zu ziehen und alle Vor- und Nachteile, die damit verbunden sind, mitzuerleben, wird vorerst ausgelassen.

Nr. 4.: Irgendwie traurig aber wahr: Dadurch, dass die eigenen Freunde in Wien wohnen, fühlt man sich nicht verpflichtet, zwanghaft Freundschaften zu schließen. Das erklärt auch, warum ich eine mittlerweile sehr gute Freundin anfangs mit meinem scheinbar desinteressierten Verhalten abgeschreckt habe.

Nr. 5.: Wir fahren zum verlängerten Wochenende höchstens zur Oma ins Gartenhaus und nicht in ein anderes (Bundes)land. Es gibt keine zwei Handytarife, die bezahlt werden müssen und kein Heimweh, das einen die Abende vor Skype verbringen lässt.

Nr. 6.: Genauso wie sich die Grazer, Oberösterreicher oder Münchner Menschen zusammenrotten, tun wir es. Es ist für mich noch immer seltsam wenn ich in einer gemütlichen Runde unter Stundenten am Abend als einzige “Einheimische“ dabei bin. Nicht, weil es mich stört, sondern eher weil ich den Ort, von dem alle reden, meist nicht gut kenne. Die Lokale, die sie “zu Hause“ und “in den Ferien“ besuchen, nie von Innen sehen werde.

Die Zugezogenen haben ein richtiges Zuhause. Eines, an dem sie ihre Familie besuchen können und dort Freunde von früher treffen. Sie erzählen von Wien und den verrückten Dingen, die sie erlebt haben und dem Tagesablauf, den sie nun als Studenten haben. Und sie haben auch ein neues Leben. Eines, das sie sich selbst ausgesucht haben.

Wir haben so etwas nicht, die Spur verwischt. Zwar könnte man jederzeit alle besuchen, aber ausgehen tut es sich zeitmäßig trotzdem nicht. Alles hat sich bisher an einem Ort abgespielt. Die Kindheit, die Jugend. Das früher Erwachsenenleben, falls man es denn als solches bezeichnen kann. Die meisten sind nicht mehr als einmal umgezogen. Wenn meine Studienkollegen zuhause sind, ist die Stadt meist leer. Pubs leben von den Massen an ausländischen Studenten und ich weiß, wie leer es unter der Woche im Dickmacks sein kann. Auf dass ihr alle lange hier bleibt und ich euch bei euren Verwandten in Deutschland oder Kroatien besuchen kann, sobald ihr wieder zurück wollt.

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Heute Eltern. Und noch vor zwei Jahren in den Club kotzen als ob es kein Morgen gäbe.

Eines sag ich gleich vorweg: Wer selbst gerade Eltern geworden ist oder sind – die meisten sprechen von sich und ihrem Fortplanz nur noch in “mommy, daddy und baby“ Fachjargon – sollte diesen Beitrag nicht falsch auffassen oder als beleidigend sehen. Es ist lediglich die Beschreibung eines Tatbestandes, der mir in letzter Zeit unglaublich penetrant vor Augen geführt wurde. Jeden Tag. In Facebook. Da das Phänomen Facebook genauso wie die zwanghafte Art der Selbstdarstellung, die natürlich auch vor mir nicht halt gemacht hat, schon in jedem zweitklassigen Magazinverschnitt im pseudowissenschaftlichen Stil debattiert, erörtert und in großen Stil auf etwaige Vor- und Nachteile für die künftigen Generationen unserer Spezies analysiert wurde, enthalte ich mich jeglichem weiteren Kommentar diesbezüglich und komme – gleich – auf den Punkt:

MUSS ES SEIN, DASS MAN JEDEN VERDAMMTEN TAG EIN FOTO VON SEINEM KIND UPLOADED?

Muss es das? Muss? … MUSS DAS SEIN? Stellt euch vor ihr wärt zwei Stunden alt. Das Erste, was eure Mutter macht, ist das Foto von euch – verheult, rotköpfig und die Haare noch von diversen gebärmütterlichen Schleimtropfen verklebt – online stellt? Gerade auf eine Seite, die sich schon fast “penibel“ an Datenschutzbestimmungen hält. Wie froh ich bin, dass meine Mutter damals nicht auf Facebook war. Ihre Freunde wüssten nämlich jetzt alle, wie ich mit fünf, sechs, zwölf, vierzehn oder zwanzig Jahren ausgesehen habe. Was mich das interessiert, ob es ihre Freunde sehen? Schon mal daran gedacht, dass man keinen Menschen besitzen kann? Und ja, ich finde es auch befremdlich wenn man Schnappschüsse vom Partner in Unterwäsche online stellt, nur weil man es in der Situation grad heiß fand und die ganze Welt daran teilhaben lassen wollte. WERDET ALLE NEIDISCH!

Babies sind süß. Alles klar. Ein nett gemeintes Foto für die Facebook Community – da ist natürlich nichts dabei. Versteh ich auch. Schließlich musste man neun Monate warten. Neun Monate, in denen genug Zeit blieb seinen Babybauch jeden Tag wachsen zu sehen. Und andere auch den hinzukommenden Dehnungsstreifen und Namensgebungsproblemen teilhaben zu lassen. Das ist schließlich etwas anderes, als die dreitägige Lieferfrist von amazon.com, nach deren Ablauf man den erworbenen Kleinkrempel sofort mittels schlecht fokussierten Handyfotos veröffentlichen kann. Nein, nach neun Monaten muss die Freude natürlich riesig sein. Alles klar soweit. Und vorletzter Satz war diesmal nicht ironisch. Kurz dazu: Ich mag Kinder. Zumindest die, denen ich Nachhilfe gebe und ich komme mit kleinen (eigentlich auch großen) Geschwistern immer gut zurecht. Ich bin, was den Nachwuchs angeht, die Älteste in meiner (Stamm)familie und habe schon ein gewisses Gefühl für Nachkömmlinge entwickelt. Was natürlich nicht heißt, dass ich irgendeine Ahnung davon habe, was es heißt, Mutter zu sein. Oder wie einen die Hormone in gewissen Arealen des Gehirns debil werden lassen.

Die, die jetzt Eltern sind, sehen das sicherlich anders. Nennen mich herzlos und egoistisch. Sie können möglicherweise genauso wenig verstehen, warum mich ihr Verhalten nervt wie ich verstehen kann, warum man sich “das“ mit Anfang zwanzig freiwillig (nun, oder auch nicht) antut. Ich gebe es zu: Ich will das nicht. Muss man sich dafür rechtfertigen? Wer klopft einen auf die Schulter, wenn man nicht vorhat ein Kind zu bekommen, bevor man sein eigenes Leben geregelt hat.

Fakt ist, dass diese Penetranz der Babyköpfen (die, nur so beiläufig am Rande, bestimmt keiner aus eurer Freundesliste auseinander halten kann) auf meiner Facebookstartseite langsam die Überhand gewinnt. Wieso muss man jeden Tag ein Foto zeigen? Weil es einen mit unheimlichen Stolz erfüllt, wenn das Balg das erste Mal in der Badewanne sitzt? Das erste Mal auf das Lätzchen gekotzt hat oder – ganz spektakulär – den Schnuller im Mund hat? Auf der Schaukel sitzt? Soll ich das nächste Mal fotografieren, wie ich mir die Zehennägel schneide? Deren Wachstum verändert sich innerhalb von drei Tagen nämlich vermutlich genauso wie das der Kinder: Sehr minimal und für den Außenstehenden nicht bemerkbar.

Es gibt allerdings auch Positivbeispiele. Ein Foto alle zwei Monate, schön in schwarz weiß gehalten und mit echten Emotionen – statt verschwommen, überbelichtet und mit zugekniffenen Augen auf einer Couch, die rein hygienetechnisch betrachtet weit von der Kinderfreundlichkeit entfernt ist. Freut euch über das neue Leben aber versucht es nicht wie einen fetten Verlobungsring alle fünf Stunden den unter euch weilenden Singles oder auch Vergebenen ohne Kindern vor die Nase zu halten. Vermeidet es, jeden Satz mit “Zwergi/Mini/Babypopo“ zu beginnen und denkt daran, dass ihr auch noch Menschen seid. Und Freunde habt, die sich in eurer Anwesenheit schon genug zusammen reißen und den Kleinen auch in Zukunft Geschenke machen werden. Man muss nicht immer übertreiben, um anderen zu zeigen, dass man glücklich ist.

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Als ob man Gefühle leeren könnte wie Coladosen.

Wenn ich mir heute bei Gesprächen mit Freunden als Außenstehenden zuhören könnte, würde ich mich selbst nicht wieder erkennen. Ich spreche über meine Gefühle mit derselben Gleichgültigkeit wie über leere Coladosen, die rechts neben meinem Schreibtisch verrotten. Das Schlimme, und gleichzeitig allerdings auch Gute daran ist, dass ich mich dabei nicht verstelle. Es ist tatsächlich so, dass sich irgendetwas verändert hat und mir jetzt die Gleichgültigkeit gegeben hat, die ich so lange gesucht habe. Damals, als ich sechzehn oder siebzehn war. Jetzt hab ich sie. Und ich bin so verdammt glücklich darüber. Genauso glücklich, wie verwundert. Alles andere geht nicht mehr in meinen Kopf hinein, seit du mich geschädigt hast. Musste erst so viel passieren, dass es Klick macht? Wie ein Lichtschalter, der umgelegt und mit Gaffa-tape fixiert wurde, sodass er nicht mehr betätigt werden kann. Irgendwann wird mir das zum Verhängnis werden, vermute ich. Aber nicht jetzt. Nicht morgen und schon gar nicht heute. Genug ist genug.

Ich würde mich nicht erkennen, weil ich keinem die Möglichkeit gebe, Besitz von mir zu ergreifen. Wie ein Ballon, der bei jeder falschen Berührung platzen könnte. Den man am besten in Friede lässt, nicht zu viel daran rumpickt oder versucht, ihn vom Schweben abzuhalten. Ich sehe keinen Sinn mehr in Abhängigkeiten.

Abends, zu meiner Lieblingszeit, da schwebe ich gerne. Zwischen all den verrückten Menschen, die es gut mit mir meinen und die mich verstehen. So gut, dass ich nicht danach fragen muss, ob ich Nachschub bekomme. Obwohl mir betrunkene Menschen, die die Musik immer auf die vollste Stufe aufdrehen müssen, meist unheimlich auf die Nerven gehen. Denn ich möchte reden und alles ins kleinste Detail analysieren. Erst wenn das getan ist, möchte ich tanzen gehen. Und danach möchte ich allein sein. Ganz viel. In dieser Reihenfolge. Denn es ist die Zeit gekommen, in der ich das genießen kann. Wo ich mich darauf freue, nach einer harten Nacht den ganzen nächsten Tag nicht aus dem Haus zu gehen. Wo ich im Bett liegen bleiben kann. Und dann denke ich kurz nach, denke an dich. Und wie es früher war. Wie genau hier neben mir jemand gelegen hat, der mir Frühstück brachte und die Krümel aus meinen Mundwinkeln weggewischt hat und für einen kurzen Moment halte ich dann immer die Luft an und presse die Lider zu, bis mir schwarz vor Augen wird und ich weiß: Alles ist gut.

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Das Bild im Spiegel

Täglich steht man davor. Vor seinem eigenen Spiegelbild im Bad. Beim Zähne putzen, beim Haare föhnen, Schminken, Rasieren, Haarspangen befestigen, Zahnseide benutzen, Deo aufsprühen, Kontaktlinsen einsetzen, Abschminken. Doch man nimmt es nicht richtig wahr, dass man sich gerade in Echtzeit vor dem Spiegel beobachten könnte. Man handelt, als ob es das Natürlichste der Welt wäre. Denn das ist es auch.

Komisch wird es erst dann, wenn du plötzlich nicht mehr alleine davor stehst. Jemand steht neben dir und es ist anders als auf Fotos, denn es ist real und nicht schockgefroren. Es ist die akuteste Gegenwart, die es gibt. Es passiert genau in diesem Moment. Du siehst den Menschen neben dir an und denkst dir, dass ihr ein ganz nettes gemeinsames Spiegelbild abgeben könntet. Und dann verlässt einer von beiden das Bad und man ist wieder alleine. Dort wo eben jemand stand, ist nur noch ein Hauch von Luft zu spüren.

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Manchen Menschen sieht man es sofort an.

Manchen Menschen sieht man es sofort an. Man klickt sich im Laufe des Abends durch verschiedene Profile und sieht hunderte Gesichter, manchmal auch bekannte. Und dann denkt man darüber nach, wer dahinter steckt. Warum die Menschen so sind, wie sie eben sind. Nicht seine eigenen Freunde, die kann man beurteilen. Denn man kennt sie, zumindest die guten. Da gibt es keine Geheimnisse, die man durch die oberflächliche Profilrecherche entdecken könnte. Nein, ich meine vielmehr die im Laufe der Zeit angesammelten Bekanntschaften, mit denen man in der Volksschule war oder die man irgendwann vor drei Jahren auf dem Abschlussball der großen Schwester kennen gelernt hat. Denen sieht man es sofort an.

Du siehst sie lächeln und strahlen. Glücklich und zufrieden sein. Man sieht die Veränderung, den Lauf der Zeit. Einige davon hat man zuletzt vor vier oder fünf Jahren gesehen. Und wie oft ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass sie – die da draußen – doch einfach nur naiv sind. Nichts – auch an den objektiven und durchaus auch arroganten für mich geltenden Ansprüchen an das Leben – erreicht haben und sich auch nicht darum kümmern, je etwas zu schaffen. Nun, es taucht an dieser Stelle vermutlich die berechtige Frage auf, was man denn schaffen soll. Als ob irgendjemand durch das bisschen Wissen, das wir Jahr für Jahr aus Lehrbüchern reproduzieren, etwas wirklich Bedeutendes schaffen könnte. Pure Blasphemie und endlose Gedankenströme. Und dann sehe ich nochmals hin und verfluche sie. Weil sie einfach so glücklich sein können. Bei manchen Menschen ist es nämlich tatsächlich nicht nur Schein, wie ich unlängst bemerken musste. Da packt einen der Neid. Und gleichzeitig weiß man immer noch, was man sich wünscht. Ein bisschen mehr Bescheidenheit, ein bisschen weniger zwanghaft postuliertes Selbstbewusstsein. Man lebt mit seinen unerträglich hohen Ansprüchen an das Leben, sich selbst, die Familie, die Freunde, das Denken und Wissen und Streben tag ein tag aus. Und wartet. Man weiß auch, dass es das – für einen selbst – sicher nicht gewesen wäre und das man um nichts in der Welt tauschen möchte. Man weiß das alles. Denn man sieht den Beweis vor Augen. Nur begreifen kann man ihn nicht.

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Weil wir doch alle gerne kritisiert werden!

Ich liebe Kritiken, die zerreißen. Da sieht man wieder: Niemand wird verschont. Die Welt ist gerecht! Egal wie brillant Künstler, Schriftsteller und Musiker auf den ersten (nun gut, viele auch auf den zweiten oder dritten) Blick wirken. Es ist technisch gesehen äußerst schwierig eine gut pointierte Kritik zu verfassen. Zugegeben, nicht alle sind ausschließlich gut durchdacht. Aber die, die es sind, werden sofort herausstechen. Viel Spaß dabei!

Hier einige meiner Lieblinge über…

Amy Winehouse:

“There’s no pride in going out looking like a destitute horse in high heels.”
(Noel Gallagher über Amy Winehouse im NME)

 Arctic Monkeys:

That Arctic Monkeys album was an absolute fucking disaster. Just awful. I just hate the way they play guitar. That’s like an indie kid’s idea of trying to be a rock act and it still sounds like a fucking bunch of indie kids trying to grow up. “Gold Against The Soul” (Anm: das zweite Album von Nicky Wires eigener Band, den Manic Street Preachers) is a shit album but the fucking guitar solos are out of this world.

Britney Spears:

“Überhaupt ist „Circus“ konzeptuell wie künstlerisch ein großer Schritt zurück, eine leider unausgegorene Liedersammlung, die zur Gewinnmaximierung einfach jeder Zielgruppe gefallen will, dem Vater, der Tochter, der Mutter, dem Sohn.

Für die älteren und ganz jungen Hörerinnen musste Britney auch wieder ein paar ihrer gefürchteten Balladen aufnehmen, in denen sie ihr Herz öffnet und das Innerste nach außen kehrt. In „Out From Under“ wird die Trennung von ihrem Ex-Mann Kevin Federline verarbeitet, ein Stück das Schmerz vermittelt aber auch Hoffnung schenkt. „My Baby“ ist ihren beiden Söhnen gewidmet. Darin singt sie: „Ich rieche deinen Atem, davon muss ich weinen“ – selten hat das Zusammenspiel von Stimme und Worten unpassender geklungen.

Für die eher reiferen Herren, die fest zu Britneys Hörerschaft gehören, seit sie vor zehn Jahren im Video zu „Baby One More Time“ in einer Schuluniform in öffentliche Bewusstsein hüpfte, ist hingegen ein Stück wie „MMM Papi“ gedacht. Darin stöhnt sie mit Kleinmädchenstimme Dinge wie „Ooh papa, ohm papi, oh lovey, oh papi“, während zu einem besonders einfallslosen Beat eine 60er-Jahre-Surfgitarre angeschlagen wird – konsequenter wurde Erotik nur selten in Verruf gebracht.”

(Harald Peters, Die Welt)

Herbert Grönemeyer:

“Gäbe man Grönemeyers Lyrik einer Newcomer-Band zur Vertonung – alle würden sich vor Lachen auf die Schenkel klopfen. Bei Grönemeyer lacht nur die eine Hälfte, die andere kauft seine Platten. Auch das ist natürlich eine Kunst.”

(Friedrich Pohl, Welt am Sonntag, über “12″)

 Ich & Ich:

“We tried. Honestly we gave it a good three or four listens from start to finish, just searching for something, anything positive to say about the easiest target in showbusiness (or, for that matter, in any business). Is there a point, we thought, in making yet more gags about how James Blunt is posh / is a wet blanket /has a name that so handily rhymes with the word that sums up the world’s opinion on him? Will it really put even the tiniest of dents in the inevitable nine zillion album sales?

The Kooks:

”BIMM (Brighton Institute of Modern Music) is, like the Brit school, a place where young people go to learn how to be popstars. It has likely produced more popstars than your school. I can’t speak with authority about the syllabus but I imagine they are taught to grow out the curly hair they were always bullied for in order to brand their silhouettes effectively; that they are instructed to affect adenoidally half-australian/half-mockney vocal styles in order to generate an easily identifiable sonic profile for radio; that they are encouraged to fuck each other and talk about it; that they are encouraged to pick bandnames that are easy on graphic designers, vaguely reference David Bowie and stand in direct contradiction to what their bands are actually like. The ‘Kooks’, say, for example.

So anyway, I’m halfway through my usual tirade about BIMM, building up to my sexy rhetorical flourish where I slag off the Kooks, when this friend does something unexpected: he defends the fuckers (BIMM, not the Kooks – he is my friend after all).”

(Simon, der Sänger der vom Popblog hochgeschätzten britischen Band The Indelicates teilt sich mit dem Popblog auch eine Abneigung gegen die Kooks)

Liam Gallagher:

“The Libertines are what you get when you take the music out of Rock’n’Roll. A load of chancers who jumped on The Strokes’ bandwagon, but wrapped in a Union Jack – yet even the feeblest Strokes out-take shits over anything they did. A Rock’n’Roll band who don’t make any worthwile music aren’t a band; they are all about the antics and not the tunes. Plus, they paved the way for a swathe of English lightweight indie garbage.”

Mia:

“(…) was umso stilvoller aussieht, wenn man bedenkt, dass die Kollegen von Mia. gerne mal den Eindruck erwecken, als befände sich das Erstsemester der Design-FH auf großer Überlandfahrt.”

(Eric Pfeil, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Mumford & Sons

“We were playing a festival in Dublin the other week. There was this other group like, warming up in the next sort of chalet, and they were terrible. I said ’shut them cunts up’ and they were still warming up, so I threw a bottle at them. The bands said ‘that’s the Sons of Mumford’ or something, ‘they’re number five in charts!’. I just thought they were a load of retarded Irish folk singers.”

(Der grumpy old man of british punk rock, The Fall Sänger Mark E. Smith, über die Neo-Folkster von Mumford & Sons in einem Interview mit dem australischen Magazin The Brag, zitiert via The Quietus)

Noel Gallagher über die Indieszene

“I don’t give a fuck what spotty, divvy little indie bands think about me. My peers are fucking Bono and Chris Martin and Mick Jagger and Keith Richards. I don’t give a fuck about what some cocksucker from The Wombats thinks of Oasis, or anyone from the Last Shadow Puppets, y’know. I’m not arsed about them. They’re so beneath me it’s unbelievable.”

 

Selten soviel gelacht.

Alles weitere auf: https://blogs.taz.de/popblog/2011/03/17/400_folgen_schmaehkritik_teil_1_-_musik_bands_literatur/

 

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Tu es selbst.

Bei einem der sonntäglichen Abendgespräche mit Menschen, die mir nahe stehen, sind wir nach gründlichen Überlegungen zu der Erkenntnis gekommen, dass nichts voran geht, wenn man nicht selbst daran arbeitet. Ob es um Beziehungen, Freundschaften oder den Beruf geht. Nichts, was erstrebenswert ist, passiert von alleine. So hab ich auch immer ein berechtigtes Gefühl des Zweifels – was Jobs angeht – bei denen ich noch am selben Tag eine Zusage erhalte. Als ob etwas mit dem Job nicht stimmen würde. Und meist war es dann auch so.

Wie fühlt man sich, wenn jemand plötzlich absolutes Interesse zeigt? Ich sehe es nicht unbedingt nur schmeichelhaft, ich finde es vor allem seltsam. Als ob man mich bereits wirklich kennen würde. Oder Anspruch erheben könnte. Dabei entsteht richtiges Interesse doch erst nach einigen Wochen, in denen man sich wie beiläufig kennen lernt. Ich möchte nichts erzwingen, in keiner Weise. Doch hier sind wir wieder bei der Anfangsfrage. Wie soll denn überhaupt etwas passieren? Wie kommt man voran?

Soll man Jobs ablehnen, die man sofort bekommt, weil mein skeptisch ist? Soll man vielleicht etwas voreilig gezeigtes Interesse sofort mit Ignoranz strafen? Wie funktioniert all das? Wie kann man wissen, ob etwas ernst gemeint ist, ob etwas langfristig ist, ob etwas genau das ist, was man will – wo man doch gleichzeitig “ganz easy“ miteinander ist, nach dem ersten Arbeitstag wieder nach Hause gehen und abdanken kann. Vorzeitig aufgeben, bei den ersten Bedenken ablehnen. Als ob jemand auf dich gewartet hätte. Doch so ist es nicht. Es wird nicht gewartet, auf niemanden. Nimm dein Glück in die Hand und renn.

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Convinces you to do something. Then makes you feel bad for doing it.

Es ist halb zwölf abends und ich sollte eigentlich im Bett liegen und genüsslich einschlafen. Dabei den Kopf ausschalten, für einige Stunden. Wobei sollte relativ ist. Wer lässt sich gerne etwas vorschreiben? Stattdessen habe ich mich noch einmal aufgesetzt um alles zu sortieren, was in letzter Zeit vor sich gegangen ist. Zu viele Gesichter, tanzen, Prüfungen schreiben, trinken. Innerhalb weniger Stunden Abstand. Musik, lachen, Vorfreude und im nächsten Augenblick komplett irritiert sein. Irgendwann kriecht sie empor, die Stille. Wenn man ganz alleine ist. Wie jetzt. Und man bekommt langsam aber sicher Angst vor der Konsequenz. Geht jede Entscheidung der letzten Monate durch und fragt sich wieder und wieder, ob es die richtigen waren. Und ob man dies nicht hätte tun oder sagen sollen. Bereuen und Gedanken wieder verwerfen. Es ist gerade schwer an die Zukunft zu denken. Lesen hilft, meistens. Die Gedankenströme anderer Menschen haben mich schon immer fasziniert. Schade, dass die meisten sich nicht trauen, andere an ihren teilhaben zu lassen.

 

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Freitagabend. Als Kompensation für die restlichen Tage der Woche.

Egal, wie ein Abend endet oder mit welchen rekonstruierten Satzfetzen man sich am nächsten Tag an verschwommenen Erinnerungen festklammern möchte: Man geht nicht aus, um nichts zu erleben. Wer nichts erleben möchte sollte seine Wohnung nicht verlassen. Der womöglich einzig sichere Ort der Welt, um sich vor Eindringlingen zu schützen. Und auch von jeglicher anderen Art der menschlichen Begegnung.

Jeder Abend ist eine potentielle Gefahr für das alte Leben. Die meisten versuchen zu genießen, ein wenig Spaß zu haben, weiterzuziehen. Es ist eine der wenigen Möglichkeiten, seinen Kopf frei zu bekommen. Zeit mit Freunden zu verbringen, nicht vor dem Computer. Nicht vor Büchern. Sein Handy abzudrehen und morgens gegen fünf Uhr nach Hause zu torkeln. Zu handeln, statt zu denken. Es ist wie ein Paralleluniversum, in dem alles möglich scheint. Jegliche Rationalität heruntergefahren wird. Als Kompensation für die restlichen Tage der Woche.

Wohin soll das führen? Dieses ewige Spiel, das man in jeder Stadt beobachten kann. Von Nacht zu Nacht. Wenn sich alles gut anfühlt. Und richtig. Kopf aus, Herz an. Ich kenne niemanden, der Montagmorgen vollkommen selbstbewusst und voller Tatendrang in die U-Bahn steigt. Aber ich kenne Tausende, die Freitagabends versuchen sich von ihrer besten Seite zu zeigen, die Unsicherheit ab- und die Schminke auflegen, um den Menschen von Montagmorgen ein wenig zu vergessen. Und einfach zu leben. Egal wohin es führt.

Was uns aufhält ist lediglich die Angst vor Konsequenz. Aber gebt mir einen anderen Lösungsvorschlag! Es macht mich wütend. Diese Tatenlosigkeit, die einen an so manchem Abend überkommt. Was wäre denn die logische Konsequenz als Gegenpol zu unkontrolliertem Handeln? Auf was soll man warten? Auf Etwas, das es sich zu wagen lohnt? Es gibt keine Sicherheit mehr in diesem Leben, das sollte jedem bewusst sein. Egal was man tut. Oder wann.

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Über Anfänge.

Wie es war, damals. Und wo du letztendlich hingezogen bist. Was du zu studieren angefangen hast und wann du mit ihr befreundet warst. Ob deine Großeltern noch leben und ob lieber Whisky Cola oder Wein. Was deine Lieblingsfarbe ist. Ob du schon einmal hier gewesen bist. Oder du wiederkommen möchtest, mit mir. Wer das Taxi zahlt und wie deine Geschwister sich auf Familienfeiern benehmen. Wie deine Katze heißt. Was du werden möchtest, wenn du groß bist.

Das oberflächliche Zeug, das man zum Anfang beredet, um später Tiefgründigeres zu erfahren. Es ist wie die Basis, die man sich selbst schaffen muss. Es sei denn, man ist dreist. Oder betrunken.

Es ist nicht gut, den Anfang zu überspringen. Die Nervosität verdrängen zu wollen, denn sie ist das, was uns später fehlt. Anfänge kann man nicht wiederholen. ,,Weißt du noch damals“ Geschichten entstehen nicht im Futur. Sie entstehen dann, wenn man es nicht erwartet. Und irgendwann denkt man zurück und kann den Moment schon fast nicht mehr rekonstruieren, weil er zu unwirklich erscheint. Und zu lange her ist, um sich an Gespräche oder Details wie die Jackenfarbe zu erinnern.

Ungewissheit. Neugier. Vorfreude. Spannung. Enttäuschung. Euphorie. Ungeduld. Zukunftspläne. All das kann eintreten, wenn man aufhört darüber nachzudenken. Auch wenn es nicht immer einfach ist, die Oberflächlichkeiten sein zu lassen um sich irgendwann von seiner richtigen Seite zu zeigen. Man weißt, dass der Anfang vorbei ist, wenn sie zum Vorschein kommt. Aber das wäre ein anderes Kapitel.

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